Sonic R

Einleitung:

Sonic R - laut Rückseite der Verpackung kann man das R im Titel verschiedenen Wörtern zuordnen: ’’Racing? Rapid? Running? Rush? Retire!’’ - ist nicht wie erwartet ein weiteres klassisches Jump'n Run mit Sonic und seinen Freunden, nein Sega wollte nach dem eher durchschnittlichen Sonic 3D Flickers Island einen etwas anderen Sonic-Ableger entwickeln. In Sonic R geht es nämlich darum, das Ziel als erstes zu erreichen; es handelt sich um einen Fun-Racer mit Charakteren aus dem bekannten Sonic Universum.

Gameplay und Wissenswertes:

So schlüpft der Spieler unter anderem in die Rolle von Sonic, Tails, Knuckles, Amy oder Dr.Eggman und rast über die insgesamt fünf verschiedenen Strecken. Zur Auswahl stehen einem insgesamt 3 Modi – entweder man bestreitet den Grand Prix-, den Time Attack- oder den Multiplayer-Modus. Im Grand Prix-Modus geht es darum, auf jeder Strecke den Gold-Pokal zu erspielen. Sind die ersten vier Kurse erfolgreich bestritten, wird der letzte Kurs freigeschaltet. Wenn man schließlich auch auf diesem gewinnt, ist der komplette Grand Prix-Modus sozusagen schon durchgespielt. Im Time Attack-Modus geht es wie der Name schon sagt darum, die einzelnen Strecken so schnell wie möglich zu beenden und dabei immer wieder neue Bestzeiten zu erreichen. Schließlich wäre da noch der Kern des Spiels, nämlich der Multiplayer-Modus,welcher es einem ermöglicht, gemeinsam mit einem Freund um die Wette zu laufen laufen. Ein Nachteil: Der Modus ist leider nur für 2 Spieler. Nichtsdestotrotz bringt der er Multiplayer-Modus wohl den meisten Spaß, denn viel Umfang hat das Spiel nun wirklich nicht zu bieten. Neben den fünf Standard-Charakteren gibt es noch vier weitere Charaktere, welche man erst freispielen muss. Das war es dann aber auch schon.
Insgesamt verhält sich jeder Charakter unterschiedlich und hat seine eigenen Spezialfähigkeiten - Tails kann zum Beispiel wie in früheren Sonic-Teilen mit seinem Schwanz fliegen. Leider unterscheiden sich die fünf Strecken nur von der Optik her, gameplaytechnisch laufen sie alle gleich ab, so dass es etwas an Abwechslung mangelt. An dieser Stelle wären noch mehr Strecken wünschenswert gewesen, denn den Grand Prix-Modus hat man in gut 30 Minuten durch. Ein riesiger Kritikpunkt am Spiel ist die wirklich unausgereifte Steuerung. Mit dem normalen Saturn-Pad ist es kaum möglich, vernünftig in eine Richtung zu lenken, so kommt es öfters vor, dass man an einer Seite herunterfällt oder einen Sprung verpasst. Nach 30-minütigem Spielen am Stück taten mir meine Hände richtig weh, da es einfach nur krampfhaft ist, andauernd die Richtung korrigieren zu müssen. Wer ein 3D-Pad für den Saturn besitzt, der wird spätestens bei diesem Spiel froh sein, eines gekauft zu haben, denn damit lässt sich die ganze Sache etwas genauer und stressfreier steuern, wobei die Steuerung in diesem Fall weiterhin einen schwammigen Nachgeschmack hinterlässt.

Grafik und Sound:

Optisch gehört Sonic R mit zu dem Besten, was der Saturn im 3D-Bereich zu bieten hat. Die Texturen sehen sehr schön aus und auch die vielen Effekte wissen zu überzeugen. Hier wird mal wieder deutlich, dass Sega den Saturn technisch als eine von wenigen Firmen voll im Griff hatte. Darüber hinaus läuft das Spielt immer flüssig, ganz ohne Framerate-Einbrüche. Die verschiedenen Kurse sind vom Design her sehr ansprechend und die unterschiedlichen Szenarien wissen zu gefallen. Auch in Sachen Sound ist Sonic R absolut top, denn jeder Kurs bietet seine eigenen Tracks, welche allesamt sehr schön anzuhören sind.

Fazit:

Insgesamt macht Sonic R einen unfertigen Eindruck. Es kommt einem so vor, als wollte Sega gegen Ende der Saturn-Ära noch mal allen zeigen, dass der Saturn in Sachen 3D-Optik der Playstation den Rang abläuft. Somit wirkt das gesamte Spiel eher wie eine Grafik-Demo mit Sonic und nicht wie ein vernünftig ausgearbeiteter Fun-Racer a la Mario Kart. Lediglich der gelungene Soundtrack und der Multiplayer-Modus verhindern einen Totalausfall, wobei sich letzterer Dank der schwammigen Steuerung der Charaktere auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Hartgesottene Sonicfans können einen Blick riskieren, alle anderen investieren das Geld lieber in andere Titel.

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Screenshots: